Imma Unterrichter verstorben

Imma UnterrichterIn Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von unserer lieben Tante

Immaculata Baronin Unterrichter von Rechtenthal
Geb. 5.11.1921  Verst. 12.7.2016
Trägerin des Verdienstzeichens des Landes Tirol
Trägeri11 des Ehrenringes der SOS Kinderdörfer

Frau Imma von Unterrichter, eine der Pionierinnen im SOS-Kinderdorf ist am 12. Juli 2016 im 95. Lebensjahr verstorben.  Ihre letzte Ruhestätte fand „Tante Imma“, wie sie von uns Ehemaligen liebevoll genannt wurde, in Oberhofen in Tirol.
Imma Unterrichter kam am 5. November 1921 auf dem Sitz der Familie, dem Schloss Kampan in Sarns bei Brixen, in Südtirol zur Welt. Sie war das sechste Kind nach fünf Söhnen.  Als Imma 5 Jahre alt war, starb ihr Vater Freiherr Rudolf von Unterrichter und Mutter Baronin Hermine von Heidelborn, eine begabte Malerin, übersiedelte mit der Familie auf ihr Gut „Altzedlisch“ in Böhmen, das aus 2 Höfen, Wäldern, Wiesen und Teichen auf etwa 500 Hektar bestand.  Dort verbrachte Imma eine sorgenlose Kindheit in der Natur und war begeisterte Reiterin.  Mit dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich aber für die Familie Unterrichter Wesentliches. Imma wurde zum Arbeitsdienst eingezogen und übernahm, nachdem die Brüder zum Kriegsdienst eingezogen wurden, im Jahr 1940 die Verwaltung des Gutes. 1945 nach Ende des Krieges verlor die Familie das Gut in der Tschechoslowakei durch Enteignung. Mit Ende 20 entschied sich Imma für einen beruflichen Neustart- weg von der Gutsverwalterin zur Dorfschullehrerin - und unterrichtete ab 1952 10 Jahre lang an verschiedenen kleinen Volksschulen in Südtirol. Während ihres Lehrauftrages an Südtiroler Schulen, arbeitete sie in den Ferien in internationalen Feiencamps für unterernährte Kinder und Kriegswaisenkindern in Sardinien, Cattolica und Brindisi. So begann auch ihr Einsatz bei SOS-Kinderdorf, als sie ehrenamtlich die  Führung der Ferienbetreuung für Mädchen aus den österreichischen. SOS-Kinderdörfern in Egerdach, Hinterbrühl , Salurn und Elvas b. Brixen übernahm.
1956 begann auf Einladung und Wunsch vom Gründungsvater Hermann Gmeiner Imma Unterrichters Einsatz im SOS-Ferienlager am Caldonazzosee, zuerst ehrenamtlich im Sommer und ab 1961 als angestellte Leiterin. Mit viel Elan und Liebe zu den Kindern baute Tante Imma in den nächsten Jahrzehnten das improvisierte Ferienlager zu einem Feriendorf mit internationalem Charakter mit über 1000 Kindern aus. Im Auftrag von Hermann Gmeiner half Tante Imma gemeinsam mit dem Arzt Dr. Pietro Lacorte beim Aufbau des SOS-Kinderdorfes in Ostuni-Süditalien mit und besuchte und beriet die SOS-Kinderdörfer in Südamerika. Hermann Gmeiner schätzte sie als außergewöhnliche Mitarbeiterin für das SOS-Kinderdorf.
Mit 56 Jahren übergab Tante Imma die Leitung des SOS-Feriendorfes an Günther Eberle, einem Neffen von Hermann Gmeiner und übernahm als Pflegemutter 4 österreichische Kinder, deren Eltern in Äthiopien ums Leben gekommen waren.  In Oberhofen,  in Nordtirol schuf sich Tante Imma ein neues Heim für sich und ihre neue Familie. Neben den Pflegekindern betreute Tante Imma immer wieder Kinder und Jugendliche, die kurz- oder mittelfristig Hilfe brauchten. Bis zum Schluss lebte Tante Imma bei ihrem jüngsten Pflegesohn Christopher und seiner Frau samt den beiden Buben, denen sie eine liebevolle Oma war.
„Tue recht und schau nicht um“ so lautet der Wappenspruch der Familie Unterrichter, den Tante Imma ihr ganzes Leben lang vorlebte.  Im Jahre 2001 erhielt Frau Unterrichter das Verdienstzeichen des Landes Tirols.
Für viele Kinderdorfmitarbeiter und für Generationen von Kinderdorfkindern war Tante Imma zuerst in Caldonazzo und dann in Oberhofen ein selbstloser, gastfreundlicher und feiner Mensch, der liebevoll,  offen und ehrlich auf alle Mitmenschen zuging. In Erinnerung bleiben uns auch ihre vielen Hunde.
Tante Imma  wird in unseren Herzen weiterleben und wir vom Club-Wir-Tirol werden unserem Ehrenmitglied immer in Dankbarkeit verbunden sein.