"Mischa" verstorben

Jeder kannte Mischa hier im SOS-Feriendorf. Aufgrund seiner zahlreichen Aufenthalte war er zu einer Art Institution geworden. Mischa war vor mehr als 20 Jahren zum ersten Mal nach Caldonazzo gekommen; damals war er noch Betreuer der Gruppe aus Chernobyl. Nach einem Arbeitsangebot vonseiten des früheren Direktors, beschloss er als Wächter zurückzukehren. Die ersten 12 Jahre war er als Nachtwächter tätig, anschließend arbeitete er für weitere 8 Jahre als Tagwächter.

Er sprach sechs Sprachen und so war es ihm möglich sich ohne Probleme mit den Kindern zu unterhalten. Auch spielte er Ziehharmonika und begeisterte dabei alle. Im letzten Sommer war er nicht mehr ins SOS-Feriendorf gekommen und am 18.11.2015 ist er leider verstorben.

Aus diesem Grund wollen wir uns anhand einer kurzen Anekdote an ihn erinnern.

Bernhard Wita: Mischa kam durch einen persönlichen Kontakt zu Günther Eberle zum ersten Mal in Berührung mit dem SOS-Feriendorf Caldonazzo, als dieser Hilfsgüter für die Krisenregionen Tschernobyl und Weißrussland organisierte. Bald darauf fasste er den Entschluss, Kinder aus den betroffenen Gebieten nach Caldonazzo zu begleiten, um ihnen einen erholsamen Sommer zu bieten. Es war jedoch seine Arbeit als Wächter, die ihn zu einer Legende gemacht hat.

Mischa begann seinen Dienst immer mit den Worten „Melde Mich zum Dienstantritt“, ein Verweis auf seine Zeit als Oberst bei der Armee. Mischa war eine einzigartige Person: Er war gesellig, half immer und überall mit, ließ sich auch von Neckereien der Kinder niemals aus der Ruhe bringen und war auch nicht nachtragend. Wichtig war für ihn aber immer, dass Grenzen eingehalten wurden und im Ferienlager Ruhe herrschte. Diese waren nur einige der Gründe, warum Mischa von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen geschätzt wurde und sich immer alle freuten, ihn Jahr für Jahr wieder in Caldonazzo anzutreffen.